{"id":367,"date":"2018-09-20T11:55:46","date_gmt":"2018-09-20T11:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/vodkasreviews.de\/?p=367"},"modified":"2018-09-20T11:56:32","modified_gmt":"2018-09-20T11:56:32","slug":"predator-2-1990","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vodkasreviews.de\/?p=367","title":{"rendered":"Predator 2 (1990)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u201eGro\u00dfwildjagd im Gro\u00dfstadt-Dschungel&#8220;<br \/>\n<\/b><br \/>\nMan sieht sich ja bekanntlich immer zwei Mal im Leben. Das gilt offenbar auch f\u00fcr au\u00dferirdisches. Die erste Begegnung der Predator-Rasse mit der Spezies Mensch lief ja eigentlich ganz erfolgreich. Massenhaft Tod, Panik und vor allem ordentlich Troph\u00e4en. Dumm nur, dass der erste Abgesandte ausgerechent auf Arnold Schwarzenegger treffen musste (<a href=\"https:\/\/ssl.ofdb.de\/review\/99,742227,Predator\">&#8222;Predator&#8220;, 1987<\/a>), gegen den halt auch der ausgefuchsteste und brutalste Alien-Krieger steinalt aussieht. Seis drum, neues Spiel, neues Gl\u00fcck. Und um den Spa\u00df an der Jagd zu erh\u00f6hen, verlegen wir die blutige Hatz diesmal auf das Terrain des Gegners. Also raus aus dem dampfenden Dschungel, rein in die stampfende Megacity. Da ist nicht nur die potentielle Beutezahl exorbitant h\u00f6her, sondern auch die Schockwirkung um ein vielfaches\u00a0 drastischer, schlie\u00dflich entpuppt sich die vertraute Umgebung sukzessive als H\u00f6lleninferno.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201ePredator 2&#8243; versucht also gar nicht erst die St\u00e4rken des Originals (unbesiegbarer Muskelheld, feindliche Dschungelumgebung, \u201eZehn kleine Negerlein&#8220;-Strategie) zu kopieren, was eine clevere Entscheidung ist. Lethal Weapon-Buddy \u201eIch bin zu alt f\u00fcr diesen Schei\u00df&#8220; Danny Glover \u00fcbernimmt zwar Arnolds Part des Predator-Hunters Nummer 1, geht dabei aber deutlich weniger physisch zu Werke und ragt auch nicht so monolithisch aus der Gegnerschar heraus. \u00dcberhaupt ger\u00e4t der hart gesottener L.A.-Cop Mike Harrigan mehr zuf\u00e4llig zwischen die Fronten zwischen FBI, hohl drehenden Gangsterbanden und einer omin\u00f6sen Spezialeinheit. Der Polizeichef macht ihm unmissverst\u00e4ndlich klar, dass die j\u00fcngst zunehmenden brutalen Ritualmorde ausschlie\u00dflich ein Fall f\u00fcr eine geheime Regierungstruppe um den zwielichtigen Agent Keyes (Action-Schmierlappen Gary Busey mal wieder voll in seinem Element) sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich wissen wir l\u00e4ngst, dass hier weder ein irrer Serienkiller sein Unwesen treibt, noch ein Drogenbaron-Hahnenkampf aus dem Ruder l\u00e4uft. Das Rastafari-Killer-Alien bl\u00e4st wieder zur Gro\u00dfwildjagd und scheint erneut unaufhaltbar. Sein Tarnmodus ist dabei nat\u00fcrlich mehr als die halbe Miete, aber er greift auch gern und ausgiebig in die psychologische Trickkiste. Im Verbund mit enormer k\u00f6rperlicher St\u00e4rke, extraterristischen Wummen und gnadenloser Brutalit\u00e4t ist das schon ein knackiges Gesamtpaket.<br \/>\nHarrigan ahnt selbstredend nichts von diesen speziellen F\u00e4higkeiten, geschweige denn ist ihm das Ausma\u00df des Ganzen bewusst. Als Cop f\u00fchlt er sich schlicht herausgefordert und ermittelt auf eigene Faust. So ger\u00e4t er unweigerlich ins Visier des Predators, was vor allem f\u00fcr sein Team ganz und gar unerfreuliche Ergebnisse zeitigt. Am Ende ist er dann doch allein und muss ausgerechnet mit dem arroganten Keyes kooperieren &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn \u201ePredator 2&#8243; seinerzeit nicht der erhoffte Superhit war und wenig \u00fcberraschend die Kritiker nicht gerade in Ekstase versetzte, muss man dem Team um die Action-Profis Joel Silver (Produktion) und Stephen Hopkins (Regie) einen tollen Job attestieren. Man vergisst dabei auch gern, dass das heutige Kultoriginal mit Arnold Schwarzenegger auch nicht mehr eingespielt hatte (allerdings bei deutlich geringerem Budget).<br \/>\nDas Sequel jedenfalls ist eine Action-Granate, wie sie nur die sp\u00e4ten 80er hervorbringen konnten. Hier ist noch hochversierte Handarbeit zu bestaunen, bei denen echte Stuntmen, echte Explosionen und echte Zerst\u00f6rungsorgien das Fanherz h\u00f6her schlagen lassen, ganz zu schweigen von der hohen Frequenz der Auf die Zw\u00f6lf-Szenen. CGI kommt lediglich bei den Tarn- und Raumschiff-Sequenzen zum Einsatz und sorgt trotz des irrealen Plots f\u00fcr ein sehr bodenst\u00e4ndiges Vergn\u00fcgen. Zudem herrscht duchg\u00e4ngig ein H\u00e4rtegrad vor, den sich heutzutage keine Gro\u00dfproduktion mehr trauen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hopkins erreicht zwar nie die hitzige, atmosph\u00e4rische Dichte des McTiernan-Originals, setzt aber auch bewusst andere Akzente. Obwohl der Grundplot kaum variiert wird (Predator hetzt und dezimiert hoffnungslos \u00fcberforderte Menschen), sorgt die massive Ausdehnung von Setting und Personal f\u00fcr mehr Optionen bei Schaupl\u00e4tzen und Action. Danny Glover funktioniert dabei bestens und ist im Gro\u00dfstadtschungel nicht nur wegen seiner Lethal Weapon-Historie deutlich \u00fcberzeugender als in der gr\u00fcnen Wildnis, die wiederum viel besser zu Schwarzeneggers archaischer Persona passte. Die Verortung in nicht allzuferner Zukunft (der 1990er Film spielt 7 Jahre sp\u00e4ter) macht bei dem Science-Fiction-\u00dcberbau absolut Sinn, zumal man hier auch auf menschlicher Seite in punkto Waffen und Technik die Phantasie spielen lassen kann, was wiederum den Actionfun-Faktor hoch schraubt.<br \/>\nF\u00fcr den geneigten Kenner machen zudem die vielen bekannten Gesichter Spa\u00df \u00fcber Robert Davi (\u201eCity Hai&#8220;), Gary Busey (\u201eLethal Weapon&#8220;), Maria Conchita Alonso (\u201eRunning Man&#8220;) und Bill Paxton (\u201eAliens&#8220;) wird so ziemlich alles aufgeboten, was man so an Actionfreunden aus der zweiten bzw. Supporting-Reihe kennen und lieben gelernt hat. F\u00fcr ein wohliges Gef\u00fchl sorgt schlie\u00dflich auch Alan Silvestri (\u201eBack to the Future&#8220;), der seinen Score aus \u201ePredator&#8220; immer wieder aufgreift und ansonsten ordentlich auf die Wummer-Tube dr\u00fcckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts des lauen und schlecht gealterten Reboot-Versuchs von 2010 (\u201ePredators&#8220;) &#8211; in dem ausgerechnet ein ziemlich uncooler Adrian Brody den J\u00e4ger-J\u00e4ger gab &#8211; und des trashigen Crossover-Doubles \u201eAlien vs. Predator&#8220;, erstrahlt \u201ePredator 2&#8243; im glei\u00dfenden Licht eines beinharten Unterhaltungsbretts. Hier wird brutal, unsch\u00f6n und absolut gnadenlos gestorben und das in erklecklicher Zahl. Der au\u00dferirdische Troph\u00e4ensammler ist ein mehr als w\u00fcrdiger Gegner f\u00fcr seinen ebenfalls erfrischend unzimperlichen Widersacher. Fans des Originals &#8211; sofern sie nicht fundamentalistische Arnold-J\u00fcnger sind &#8211; kommen auch hier voll auf ihre Kosten und k\u00f6nnen den Streifen bedenkenlos in ihren Feierkanon aufnehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGro\u00dfwildjagd im Gro\u00dfstadt-Dschungel&#8220; Man sieht sich ja bekanntlich immer zwei Mal im Leben. Das gilt offenbar auch f\u00fcr au\u00dferirdisches. 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