{"id":347,"date":"2018-09-13T13:50:20","date_gmt":"2018-09-13T13:50:20","guid":{"rendered":"http:\/\/vodkasreviews.de\/?p=347"},"modified":"2018-09-13T14:17:00","modified_gmt":"2018-09-13T14:17:00","slug":"predator-upgrade-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vodkasreviews.de\/?p=347","title":{"rendered":"Predator: Upgrade (2018)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eHardboiled-Screwball vs 80s-Splatter\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich sei er kein R\u00e4uber, sondern ein J\u00e4ger, aber \u201ePredator\u201c klingt halt irgendwie cooler wie \u201eHunter\u201c. So die lapidare Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Namensfindung des Titelhelden. Damit ist eigentlich schon alles \u00fcber den neusten Streich aus dem Predator-Universum (\u201ePredator: Upgrade\u201c) gesagt, im Vordergrund stehen hier nicht etwa Handlung, Figuren oder Dramaturgie, hier geht es zuvorderst um eine coole Actionsause bei der man es so richtig krachen lassen kann. Und Regisseur Shane Black ist daf\u00fcr genau die richtige Wahl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon in seiner Zeit als Drehbuchschreiber hat er die Thriller-Skripts der heutigen Genre-Klassiker \u201eLethal Weapon\u201c und \u201eLast Boy Scout\u201c mit flapsigen Spr\u00fcchen geradezu durchtr\u00e4nkt und eine ganz eigene Art von Hardboiled-Screwball-Stil entwickelt, bei dem derbe Frotzeleien und knackige Oneliner die oft finsteren Plots geh\u00f6rig auflockerten. In seinen Regiearbeiten \u201eKiss, Kiss, Bang, Bang\u201c und \u201eThe Nice Guys\u201c trieb er dieses Konzept dann auf die Spitze, so dass es am Ende kaum noch interessierte, worum es wirklich ging. Bei fehlender Neigung kann man das nat\u00fcrlich als selbstreferentielle Geschw\u00e4tzigkeit abtun, l\u00e4sst dann aber eben auch einen der ganz wenigen wirklich spannenden Wortakrobaten Hollywoods links liegen und hat eigentlich nur noch Quentin Tarantino als finale Chance.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer also endlich einen w\u00fcrdigen Nachfolger f\u00fcr den inzwischen kultisch verehrten Original-Rei\u00dfer mit Arnold Schwarzenegger (&#8222;Predator&#8220;, 1987) erwartet und dies mit einem puristisch-grimmigen Actionfeuerwerk verbindet, der sei hiermit gewarnt. Zwar suppt und kracht es in Blacks 80s-Nostalgiebrett ebenfalls ganz gewaltig, aber mindestens im Mittelteil \u00fcbernimmt ein nicht durchg\u00e4ngig treffsicheres Humor-Sperrfeuer das Kommando, bei dem Black sich verbal so richtig austobt. Hier holt er wohl alles nach, was ihm seinerzeit beim Original verwehrt geblieben war. Dort hatte man ihn zun\u00e4chst f\u00fcr den Feinschliff des Skrits engagiert, war dann aber doch ganz zufrieden und bot ihm zum Ausgleich eine Rolle in Arnolds S\u00f6dnertrupp an. Ein offenbar pr\u00e4gendes Erlebnis, denn Parallelen zum Ur-\u201cPredator\u201c sind durchaus erkennbar:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder geht es um einen Trupp gewaltaffiner Haudegen, die sich mit dem au\u00dferirdischen J\u00e4ger anlegen. Allerdings rekrutieren sich die harten Burschen nicht aus einer hoch professionellen Spezialeinheit, sondern geh\u00f6ren gewisserma\u00dfen zur milit\u00e4rischen Ausschussware. Einzig normal tickendes Mitgleid ist der Scharfsch\u00fctze Quinn McKenna (Boyd Holbrock), dessen zuf\u00e4llige Begegnung mit der Predator-Rasse keinesfalls publik werden soll. Der Rest besteht aus durchgeknallten Freaks, die f\u00fcr den Alltagsdienst l\u00e4ngst nicht mehr taugen. Als t\u00f6dliche Gefahr f\u00fcr sich und andere scheinen diese \u201eExpendables\u201c nat\u00fcrlich wie geschaffen f\u00fcr das Himmelfahrtskommando der anstehenden Alien-Monsterhatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Parallel dazu will Black aber auch das Predator-Universum erweitern, was weniger rund l\u00e4uft. War der Feind im Schwarzenegger-Orignal noch eine lange Zeit unsichtbare Bedrohung, \u00fcber den man praktisch nichts wusste, taucht er in \u201eUpgrade\u201c von Beginn an prominent auf und bekommt auch noch Zuwachs in Form zweier Predator-Hunde und eines Hybrid-Riesen. F\u00fcr Spannung oder gar Faszination sorgt das kaum, vor allem die beiden Alien-K\u00f6ter nerven recht schnell und n\u00e4hren die Hoffung auf eine m\u00f6glichst fluxe Entsorgung.<br \/>\nEin Problem ist auch der nicht koh\u00e4rente Ton. Nach knackig d\u00fcsterem Auftakt schaltet Black reichlich aprupt in einen deutlich leichgewichtigeren Spr\u00fccheklopfer-Modus, um dann im Schlussdrittel wieder verst\u00e4rkt auf grimmige Splatter-Einlagen zu setzten. Die schr\u00e4gen Gl\u00fccksritter werden dabei reihnweise kurz und schmerzlos ausradiert, so dass ihre zuvor so launig wie breit angelegte Einf\u00fchrung dramaturgisch regelrecht abgew\u00fcrgt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andererseits macht Black auch vieles richtig. Er versucht gar nicht erst eine weitere Actionikone vom Kaliber Schwarzeneggers ins Rennen zu werfen. Zumal aktuell ohnehin kein \u00c4quivalent zu finden gewesen w\u00e4re. Sein Versprechen den Ruf des Franchise nicht durch ein familienfreundliches Abenteuerfilmchen zu ruinieren (wie unl\u00e4ngst geschehen bei den Reboots von \u201eTotal Recall\u201c und \u201eRobocop\u201c) hat er zu 100% eingehalten. Gefangene werden keine gemacht und besonders \u00e4sthetisch oder aseptisch stirbt hier niemand. Zwar \u00fcbertreibt er es ein ums andere Mal mit seinen Spr\u00fcchekaskaden, daf\u00fcr bleibt er dabei immer sch\u00f6n rotzig und derb.<br \/>\nOb die Fans diesen sicherlich immer wieder sp\u00fcrbar unrunden Service lieben werden, bleibt abzuwarten. Zumal die zeitweise Fusion mit der Alien-Saga (\u201eAlien vs Predator\u201c) trotz trashigen Einschlags gezeigt hat, wer der eigentliche Killer-Hai im au\u00dferirdischen Monsterbecken ist. Den wahren Predatorista ficht das nat\u00fcrlich nicht an. Und schlie\u00dflich ist &#8222;Upgrade&#8220; hier keine blo\u00dfe Worth\u00fclse. Die vielen nerdigen Verweise auf die ersten beiden Predator-Filme sowie die jederzeit durscheinende Verbeugung vor dem 80er-Actionkino machen jedenfalls noch genug Spa\u00df um einem weiteren Sequel gegen\u00fcber nicht abgeneigt zu sein. Gerne auch wieder von Shane Black.<\/p>\n<p>___________________________________________________________<\/p>\n<p><span style=\"font-family: comic sans ms,sans-serif;\">(Rating: 6,5 \/ 10)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eHardboiled-Screwball vs 80s-Splatter\u201c Eigentlich sei er kein R\u00e4uber, sondern ein J\u00e4ger, aber \u201ePredator\u201c klingt halt irgendwie cooler wie \u201eHunter\u201c. So die lapidare Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Namensfindung des Titelhelden. 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