{"id":338,"date":"2018-09-07T10:16:38","date_gmt":"2018-09-07T10:16:38","guid":{"rendered":"http:\/\/vodkasreviews.de\/?p=338"},"modified":"2018-09-07T19:54:37","modified_gmt":"2018-09-07T19:54:37","slug":"the-equalizer-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vodkasreviews.de\/?p=338","title":{"rendered":"The Equalizer 2 (2018)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eEin Stoiker sieht rot\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denzel Washington ist auch als Mann f\u00fcrs Grobe immer die Seriosit\u00e4t in Person. Der Selbtsjustizthriller \u201eThe Equalizer\u201c lieferte daf\u00fcr vor vier Jahren mal wieder den schlagenden Beweis. Als Geheimagent im Ruhestand widmete er sich dort von Gesellschaft und Justiz verlassenen Mitb\u00fcrgern. F\u00fcr deren Peiniger bedeutete das aber keineswege die blo\u00dfe Offenlegung ihrer Schandtaten, vielmehr fanden sie sich urpl\u00f6tzlich vor dem j\u00fcngsten Gericht wieder, das in Form eines gnadenlosen R\u00e4chers wie eine Urgewalt \u00fcber sie kam. Washington spielte diesen Racheengel als stoischen Kontrollfreak, dessen sanftm\u00fctiges Alltagswesen zum herben Kontrast zu seiner Vigilanten-Persona stand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Film war seinerzeit sehr erfolgreich, was angesichts der Krise des puristischen Actionfilms \u00fcberraschte, vor dem Hintergrund einer in vielen westlichen Gesellschaften zunehmenden Sehnsucht nach der stringenteren Durchsetzung von Recht und Ordnung aber mindestens einen plausiblen Erkl\u00e4rungsansatz bietet. Der Vigilantismus in all seinen Schattierungen und Ausformungen ist nach seiner filmischen Hochphase in den 70er und 80er Jahren jedenfalls schon l\u00e4nger wieder erkennbar pr\u00e4senter &#8211; nicht nur im modernen Blockbusterkino Hollywoods. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr den Erfolg des &#8222;Equalizer&#8220; war aber ganz sicher auch die bew\u00e4hrte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Antoine Fuqua und Denzel Washington. Der Experte f\u00fcr hartes M\u00e4nnerkino und sein \u00c4quivalent f\u00fcr charismatische Helden hatten ihre symbiotische Beziehung schon im Cop-Drama \u201eTraining Day\u201c und im Western-Remake \u201eDie glorreichen Sieben\u201c \u00e4u\u00dferst fruchtbar ausgelotet. Bei so viel Passgenauigkeit darf dann auch mal das beidseitige Credo nie eine Forstetzung drehen zu wollen \u00fcber Bord fliegen. \u201eThe Equalizer 2\u201c zeugt von dieser Sinneswandlung, die vor allem Actionfans erfreuen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also hat der ehemalige Eliteagent und beh\u00f6rdliche Auftragskiller Robert McCall noch immer nicht seinen inneren Frieden gefunden, was den Bostoner B\u00fcrgern die sich nicht selbt helfen k\u00f6nnen durchaus zugute kommt. Als Taxichauffeur ger\u00e4t McCall an zahlreiche Opfer diverser Gewalt, die gewisserma\u00dfen als Kartharsis f\u00fcr seinen altestamentarischen Gerechtigkeitssinn fungieren. In der ersten Filmh\u00e4lfte werden wir so mehrfach Zeugen von McCalls blutigem Selbstfindungstrip. Fuqua l\u00e4sst hier den Geist der TV-Vorlage aus den 1980er Jahren wieder aufleben, verzettelt sich dabei aber auch im f\u00fcr dieses Format typischen episodischen Erz\u00e4hlen. Die verschiedenen Handlungsstr\u00e4nge sind in ihrer Gesamtheit nicht nur aufgrund des ersten Films redundant, sondern stehen auch dem Hauptplot etwas im Weg, neben dem sie mehr herlaufen, als dass sie ihn vorantreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn eigentlich geht es diesmal nicht um eine Zufallsbekanntschaft, deren ausweglose Situation den brachialen Besch\u00fctzer auf den Plan ruft. Der Mord an seiner langj\u00e4hrigen Freundin und Geheimdienstmentorin Susan k\u00f6nnte pers\u00f6nlicher nicht sein, zumal McCall dabei von seiner CIA-Vergangenheit eingeholt wird. So hat man zeitweise das Gef\u00fchl zwei Filme zu sehen, was den Film dramaturgisch zerfahrener wirken l\u00e4sst als den in dieser Hinsicht deutlich geschlosseneren Vorg\u00e4nger. Auch hat man mit TV-Star Pedro Pascak (u.a. \u201eGame of Thrones\u201c) einen Widersacher, der den Chrisma- und Gef\u00e4hrlichkeits-Vergleich mit Vorg\u00e4nger Marton Csoka einigerma\u00dfen klar verliert. Dass diese Umst\u00e4nde nicht deutlicher ins Gewicht fallen, liegt an Washingtons erneut ungemein intensiven Spiel, das den m\u00f6nchsgleichen Killer zu einem faszinierenden Charakter formt, dem man stundenlang zusehen k\u00f6nnte.<br \/>\nDazu gelingen Fuqua auch hier enorm druckvolle Gewalteruptionen, in denen McCall mit eiskalter Pr\u00e4zision und Professionalit\u00e4t seine Gegner ausschaltet. Das hat aufgrund der h\u00f6heren Schlagzahl und der weniger fokussierten Handlung nicht mehr ganz die Wucht des Originals, ist aber immer noch in punkto Choreographie und Inszenierung weit \u00fcber dem Genredurchschnitt. Insbesondere das apokalyptische Finale, in dem McCall auf einer evakuierten, sturmgepeitschten Insel zum Showdown l\u00e4dt, zeugt von Fuquas Gesp\u00fcr f\u00fcr nihilistische Brutalit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich ist McCall auch eine Spielart des heute so omnipr\u00e4senten Superhelden, dem im Prinzip kein Widersacher gewachsen ist. Dank der grimmigen Inszenierung Fuquas und Washingtons vielschichtiger Darstellung fiebert man als Zuschauer aber ungleich intensiver mit, als bei den Kollegen von Marvel und Konsorten. So sehr Robert McCall die Z\u00fcge eines Comicbook-Charakters tragen mag, so wenig ist davon auf der Leinwand zu sp\u00fcren. Am Ende von \u201eEqualizer 2\u201c wirkt auch der d\u00fcstere R\u00e4cher erstmals mit sich im reinen. F\u00fcr einen dritten Teil muss das aber kein Hindernis sein, f\u00fcr Helden wie McCall gibt es immer Bedarf. Zumindest im Kino.<\/p>\n<p>_________________________________________________<\/p>\n<p><span style=\"font-family: comic sans ms,sans-serif;\">(Rating: 7,5 \/ 10)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEin Stoiker sieht rot\u201c Denzel Washington ist auch als Mann f\u00fcrs Grobe immer die Seriosit\u00e4t in Person. 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