{"id":332,"date":"2018-08-13T14:19:53","date_gmt":"2018-08-13T14:19:53","guid":{"rendered":"http:\/\/vodkasreviews.de\/?p=332"},"modified":"2018-08-14T21:27:50","modified_gmt":"2018-08-14T21:27:50","slug":"the-meg-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vodkasreviews.de\/?p=332","title":{"rendered":"The Meg (2018)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jurassic Shark &#8211; garantiert jugendfrei!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der stets auf Innovation bedachten Filmbranche ist man nat\u00fcrlich l\u00e4ngst auf den digitalen Zug aufgesprungen. Optische Tricks, Stunts und Sets stammen heute gern aus dem Rechner, was so manchem Filmliebhaber nicht selten sauer aufst\u00f6\u00dft. Aber es gibt auch Altbew\u00e4htrtes, an dem man nur allzu gerne fest h\u00e4lt. Das gute alte Rei\u00dfbrett &#8211; in seiner Stammbranche schon seit Jahrzehnten verdr\u00e4ngt &#8211; erfreut sich nach wie vor allergr\u00f6\u00dfer Beliebtheit. J\u00fcngstes Beispiel: MEG. Ein Film \u00fcber einen urzeitlichen Riesenhai (dem <strong>Meg<\/strong>alodon), der aus den unerforschten Untiefen des Ozeans pl\u00f6tzlich auftaucht und offenbar so richtig Lust auf die gegenw\u00e4rtige Oberfl\u00e4che verp\u00fcrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ziemlich alles an diesem Machwerk wurde exakt nach den Statuten entworfen, die dem Rei\u00dfbrett seinen Sprichwortcharakter verliehen. S\u00e4mtliche Bausteine, Zutaten und Personal dienen nur einem einzigen Zweck: der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen globalen Wirtschaftlichkeit. Man nennt sowas auch Gewinnmaximierung bei gleichzeitger Risikominimierung. Oberstes Credo dabei nat\u00fcrlich eine Freigabe ab 12. Schlie\u00dflich sind die lieben Kinder und Jugendlichen die inzwischen mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Besuchergruppe. Leider darf es dann nat\u00fcrlich weder zu anz\u00fcglich, noch zu brutal und blutig werden. Ersteres ist bei einem Hai-Schocker problemlos abzuhaken, der Verzicht auf explizite Gewalt erfordert dann allerdings den ein oder anderen Spagat. So ist das Riesenvieh zwar nat\u00fcrlich ultimativ gef\u00e4hrlich und gefr\u00e4\u00dfig, darf seiner Lieblingsbesch\u00e4ftigung aber leider nur im Off oder h\u00fcbsch blutarmen Bildern fr\u00f6nen. Schwimmt er mal so richtig beherzt auf einen Badestrand zu, der hunderte von plantschenden Leckerbissen bereit h\u00e4lt, wird der von den b\u00f6sen Meeresforschern mit einem Walgesangsignal wieder weg gelockt. Der geneigte Tierhorrorfan wird sich hier ebenso mit Grausen abwenden wie der Bewunderer von Spielbergs forscher Phase.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derartige N\u00f6rgeleien wird man allerdings gut veschmerzen k\u00f6nnen, denn mit der allumfassenden Familientauglichkeit ist die oberste Geldruckmaxime einget\u00fctet. Und um wirklich nichts dem Risiko eines entt\u00e4uschenden Einspiels auszusetzen, ist man auch beim zweitwichtigsten Aspekt voll auf Nummer sicher gegangen: der Asia-Tauglichkeit. Gerade im Bereich der etwas weniger anspruchsvollen Blockbuster kommt seit Jahren ein L\u00f6wenanteil aus Fernost und dort insbesondere aus S\u00fcdkorea und China. Bays Verwandlungsblechdeppen und Depps Piratentunte w\u00e4ren l\u00e4ngst implodiert, h\u00e4tte das asiatische Publikum nicht so treu auch den allergr\u00f6\u00dften Flachsinn bejubelt. So viel Loyalit\u00e4t muss belohnt werden, also darf der chinesische Superstar Li Bing Bing den westlichen Action-Platzhirsch Jason Statham anschmachten und das gefr\u00e4\u00dfige Urviech an den Str\u00e4nden des chinesischen Badeparadieses Sanya Bay wildern. Wobei das Schmachten selbstverst\u00e4ndlich komplett jugendfrei geschieht ebenso wie nat\u00fcrlich das \u201eWildern\u201c &#8211; nicht vergessen, wir wollen das breitest m\u00f6gliche Publikum ansprechen und auf gar keinen Fall irgendwelche sanften Gem\u00fcter verschrecken -, mehr einem gem\u00fctlichen Flanierschwimmen gleicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also, was haben wir? Die Einschleimoffensive bei allen unter 16 und bei allen chinesischen Freunden des kindischen Krawumm ist schon mal ein glorreicher Start-Ziel-Sieg. Effektiver geht nun wirklich nicht. No sex, no blood and a lot of Asia feeling. Bleibt noch die Transformers Erfolgsformel, bei der auch der qualitativ etwas anspruchsvollere Blockbuster-King Disney\/Marvel ganz gern die ein oder andere Anleihe nimmt: \u201eMake it big, make it loud and don\u00b4t care too much about logic.\u201c Gesagt, getan, soll hei\u00dfen \u201eThe Meg\u201c ist ein l\u00e4rmiger, gro\u00dfspuriger Wasserrummelplatz, bei dem die Story nicht gerade Pulitzerpreis verd\u00e4chtig daher kommt. Die handelnden Kameraden sind flach wie Flundern, bekommen aber s\u00e4mtlich ein wenig Hintergrund verpasst, so dass man sie zumindest auseinander halten kann und ihr potentielles Ableben nicht v\u00f6llig belanglos erscheint. Von dem ganzen Cast bleibt dann auch einzig Jason Statham in Erinnerung, der als kerniger Rettungstaucher mit Trauma &#8211; keine Angst, das \u00fcberwindet er bei Bedarf in wenigen Sekunden &#8211; den Film einigerma\u00dfen zusammen h\u00e4lt. Der Rest ist Personal oder Finanzier der Unterwasser-Forschungsstation Mana One und am besagten Rei\u00dfbrett entwickelt. Der Milliard\u00e4r kommt in Turnschuhen, der schwarze Wissenschaftlicher ist ein Spa\u00dfvogel, die chinesische Juniorchefin ist ein Wissenschfatsgenie und der Doc ist ein Miesepeter. Ach ja, das obligatorische s\u00fc\u00dfe Kind darf nat\u00fcrlich auch nicht fehlen und klar, es findet Jonas Taylor (unser Jason) richtig cool.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der b\u00f6se Meg? Der schafft es irgendwie durch die Thermokline zu schl\u00fcpfen, um im 21. Jahrhundert ein wenig Angst und Schrecken zu verbreiten. Besonders gnadenlos ist er dabei nicht, aber das sch\u00fctzt ihn nat\u00fcrlich keineswegs vor ebensolcher Verfolgung, schlie\u00dflich ist er ein sehr gro\u00dfer, sehr b\u00f6ser Fisch. Die Hatz ist dann immerhin einigerma\u00dfen unterhaltsam geraten und richtige Langeweile kommt eigentlich nie auf, wenn da halt nur nicht fortw\u00e4hrend das Gef\u00fchl w\u00e4re, man sei im falschen Film. Regisseur John Turteltaub ist ja nicht gerade bekannt f\u00fcr harte Genrekost, aber glaubt man seinen Aussagen, dann hat er einen ganz anderen Film im Sinn gehabt, einen Film der sich deutlich mehr an Spielbergs Klassiker \u201eJaws\u201c orientierte als am Plantsche-Abenteuer \u201eFlipper\u201c. Nach eigenen Angaben soll auch Jason Statham f\u00fcr einen ganz anderen Film unterschrieben haben als den, der momentan die Lichtspielh\u00e4user (un-)sicher macht. Die einstige Action-Hoffnung Thomas Jane hatte da seinerzeit mehr Gl\u00fcck. Zwar hat er es nicht zu einer vergleichbaren Genre-Karriere gebracht, aber wenigstens bekam man bei seinem Hai-Shocker genau das, was man erwartet hatte. Also egal ob per Streaming, Leihe, oder Privatvideothek, \u201eDeep Blue Sea\u201c ist genau der Film, der \u201eMeg\u201c h\u00e4tte sein sollen. Am Rei\u00dfbrett ist auch der entstanden, aber wenigstens ein Rei\u00dfer geblieben.<\/p>\n<p>________________________________________________<\/p>\n<p><span style=\"font-family: comic sans ms,sans-serif;\">(Rating: 4 \/ 10)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jurassic Shark &#8211; garantiert jugendfrei! In der stets auf Innovation bedachten Filmbranche ist man nat\u00fcrlich l\u00e4ngst auf den digitalen Zug aufgesprungen. 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