{"id":259,"date":"2018-02-16T07:01:32","date_gmt":"2018-02-16T07:01:32","guid":{"rendered":"http:\/\/vodkasreviews.de\/?p=259"},"modified":"2018-02-18T18:38:36","modified_gmt":"2018-02-18T18:38:36","slug":"black-panther-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vodkasreviews.de\/?p=259","title":{"rendered":"Black Panther (2018)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das Kinojahr ist noch jung und schon erwartet uns der erste Superheld aus dem Hause Marvel. An sich keine spektakul\u00e4re Neuigkeit, man hat sich schlicht daran gew\u00f6hnt. Was nicht negativ gemeint sein soll. Ist fast schon wie ein regelm\u00e4\u00dfigen Treffen mit alten Freunden. Man kennt sich, man wei\u00df wie der andere tickt und dennoch ist es immer wieder ein netter Nachmittag oder Abend. Diesmal allerdings hat sich ein \u00dcberraschungsgast angek\u00fcndigt, der ein wenig frischen Wind in der gem\u00fctlichen Runde verspricht. Einer mit Z\u00e4hnen und Krallen. Mal sehen, ob er auch h\u00e4lt, was er verspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Auf leisen Pfoten \u00fcber den Trampelpfad &#8211; Afrofuturismus mit Krallen!<\/strong><\/span><\/p>\n<figure style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"shrinkToFit\" src=\"https:\/\/www.waltdisneystudios.com\/wp-uploads\/uploads\/2017\/10\/Motherland_1688x2500_DOM_200-691x1024.jpg\" alt=\"https:\/\/www.waltdisneystudios.com\/wp-uploads\/uploads\/2017\/10\/Motherland_1688x2500_DOM_200-691x1024.jpg\" width=\"217\" height=\"322\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Filmposter Black Panther<\/span> <br \/><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, \u00fcberraschend ist das uniforme Lobesarien-Frenetico des Cine-Feuilletons wahrlich nicht. Der erste schwarze Superheld turnt \u00fcber die Leinw\u00e4nde, verhandelt werden aktuelle und immer w\u00e4hrende Brennpunktthemen wie Rassismus, (Post-)Kolonialismus, Ausbeutung, Fl\u00fcchtlingsnot und globaler Kapitalismus und feilgeboten wird diese abenteuerliche Big-Budget-Meta-Sau\u00dfe von \u201eEverycritic\u00b4s Darling\u201c Marvel. Das ist ein PC-Brett aus feinstem Ebenholz. Da verbietet sich jedwede Kritik. Oder etwa nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats\u00e4chlich ist der \u201eBlack Panther\u201c keinesfalls der erste schwarze Comic-Held, der es zu von der breiteren \u00d6ffentlichkeit registrierten Kinoehren gebracht hat. Der gnadenlose Vampirj\u00e4ger \u201eBlade\u201c r\u00e4umte vor ziemlich genau 20 Jahren unter den fiesen Blutsaugern m\u00e4chtig auf. \u00dcbrigens auch er ein Marvel-Gew\u00e4chs. Und Filme, die sich der speziellen Problematik des afrikanischen Kontinents sowohl in ihrer historischen wie auch in ihrer gegenw\u00e4rtigen Ausformung widmen, sind wahrlich keine Seltenheit. Von allgemein politisch konnotierten Meta-Ebenen mal ganz zu schweigen. Das geh\u00f6rt praktisch zum Grundinventar eines jeden Marvel-Abenteuers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun soll all dies nat\u00fcrlich nicht hei\u00dfen, dass uns hier der erste misslungene Superheldenfilm aus dem erfolgverw\u00f6hnten M\u00e4usekonzern ins Haus steht. Im Gegenteil. Auch \u201eBlack Panther\u201c ist ein mit optischen Schauwerten, rasanten Actionszenen, pfiffigen Ideen und illustren Figuren prall gef\u00fclltes Entertainment-Paket. Er ist aber eben auch ein durch und durch typischer Comic-Blockbuster und von denen gab es seit der Jahrtausendwende eine recht erkleckliche Menge.<br \/>\nDie sicherlich nicht unberechtigte und auch verst\u00e4ndliche Euphorie \u00fcber einen vor (fast der gesamte Cast) und hinter (u.a. Regisseur Ryan Coogler) der Kamera haupts\u00e4chlich von Schwarzen gedrehten Mainstream-Film mit klarer Ausrichtung auf den Weltmarkt, birgt die Gefahr, \u00fcber wom\u00f6gliche Schw\u00e4chen hinsichtlich zahlreicher repetitiver Elemente wohlwollend hinweg zu sehen. Ein Ph\u00e4nomen, das vor wenigen Monaten bei \u201eWonder Woman\u201c (von Konkurent DC) bereits recht deutlich zu beobachten war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort war es die erste weibliche Superheldin (auch das gab es allerdings schon fr\u00fcher) &#8211; auch noch gespielt von der in wirklich jeder Hinsicht umwerfenden Gal Gadot -, dirigiert von einer Regisseurin (ebenfalls keine Mainstream-Premiere), die die fast schon obligatorischen DC-Schm\u00e4hungen der Kritiker ins Gegenteil verkehrte. Die typischen Mankos einer kaum variierten Origin-Dramaturgie, eines wenig Akzente setzenden Widersachers und vor allem eines sterilen Cartoon-Finales aus dem Hochleistunsgrechner wurden dabei trotzig ignoriert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marvels schwarze Raubkatze zeigt hier gl\u00fccklicherwiese etwas sch\u00e4rfere Krallen. Unser Held T\u00b4Challa durfte ja bereits im dritten Captain America-Abenteuer (\u201eThe First Avenger: Civil War\u201c) zeigen, zu welchen Actiongro\u00dftaten er im schwarzen Hightech-Pantherkost\u00fcm so alles im Stande ist. Auch seine Stellung als erster Thronfolger des fiktiven afrikanischen Zwergenstaaates \u201eWakanda\u201c ist seitdem jedem MCU-J\u00fcnger bekannt. Also kommt der Film recht schnell zur Sache und berauscht den Zuschauer mit einem beherzten Dreisatz aus Kampf-Action (T\u00b4Challa muss vor der Kr\u00f6nung jedweden Herausforder im Zweikampf besiegen und in S\u00fcdkorea auf Gangsterhatz gehen), Fantasy-Schauwerten (wir lernen die knallbunte, mit allerlei technischen und archetektonischen Gimmicks ausgestattete Welt Wakandas kennen) und Existenz-Bedrohung (ein versto\u00dfener Sohn will T\u00b4Challa st\u00fcrzen, die Macht an sich rei\u00dfen und die Welt ins Chaos st\u00fcrzen).<\/p>\n<figure style=\"width: 1440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"gallery-image\" src=\"https:\/\/lumiere-a.akamaihd.net\/v1\/images\/eu_bpan_showcase_gl_3_r_811800b5.jpeg?region=0%2C0%2C1440%2C810\" alt=\"Black Panther Showcase Image 3\" width=\"1440\" height=\"810\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Ritualsierter Zweikampf um die Krone: T\u00b4Challa (Chadwick Boseman) vs N\u00b4Jabaka (Michael B. Jordan)<\/span><br \/> <\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">All das funktioniert dank der perfekten Teamwork von Regisseur und Hauptdarsteller. Chadwick Boseman erinnert in vielem an Chris Hemsworths Thor-Darbeitung. Er bringt die n\u00f6tige Mischung aus Ernsthaftigkeit und ironischer Distanz mit, um den K\u00f6nig eines bonbonbunten Fantasie-Reiches, der n\u00e4chtesn im schwarzen Pantherkost\u00fcm die b\u00f6sen Buben jagd, nicht l\u00e4cherlich wirken zu lassen. Dazu packt er eine ordentliche Portion Charme, Witz und Charisma, so dass man ihn gerne auf seinen nicht gerade allt\u00e4glichen Trips begleitet. Ryan Coogler serviert die ganze Chose in einem durchg\u00e4ngig lockeren Ton, der aber nie in Bl\u00f6delei ausartet. Die wakandanische Hochzivilisation arrangiert er als fetzige Mischung aus afrikanischer Folklore und James Bond-\u00e4hnlichen Hightech-Interieurs und -Utensilien. T\u00b4Challas Schwester Shuri (Letitia Wright) inszeniert er gar als Rotzg\u00f6ren-Pendant zu Q.<\/p>\n<figure style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"gallery-image\" src=\"https:\/\/lumiere-a.akamaihd.net\/v1\/images\/eu_bpan_showcase_gl_4_r_8144cdf3.jpeg?region=0%2C0%2C1440%2C810\" alt=\"Black Panther Showcase Image 4\" width=\"360\" height=\"202\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Black Women Power: Schwester Shuri und Agentin Nakia<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberhaupt stellt er T\u00b4Challa eine ganze Reihe starker Frauen (und Darstellerinen) an die Seite. Neben Shuri w\u00e4ren da noch Okoya (Danai Gurira) &#8211; die ebenso kampft\u00fcchtige wie loyale Anf\u00fchrerin seiner Leibgarde -, Nakia (Lupita Nyong\u2019o), Wakandas gerissenste und furchtloseste Geheimagentin und schlie\u00dflich Ramonda (Angela Bassett), stolze K\u00f6niginmutter und weise Ratgeberin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man f\u00fchlt sich also durchweg wohl mit Heroen-Personal und Setting, was auch dringend n\u00f6tig ist, denn der eigentliche Plot ist mal wieder arg formelhaft und dementsprechend unaufregend. Wieder geht es um eine fiktive Energiequelle, welcher die b\u00f6sen Jungs (und ein M\u00e4dchen) habhaft zu werden versuchen. Das auschlie\u00dflich in Wakanda gef\u00f6rderte Vibranium ist das h\u00e4rteste Metall der Erde und kann zus\u00e4tzlich jede Form von Energie absorbieren. Wieder geht es dabei um Weltherrschaft und wieder sind unseres Helden \u00e4rgste Feinde nicht sonderlich furchteinfl\u00f6\u00dfend. Motion-Capture-Star Andy Serkis schlittert als brutaler Waffenschieber-R\u00fcpel Ulysses Klaue hart am Knallchargen-Rand entlang und Michael B. Jordan (\u201eCreed\u201c) wirkt als betrogener Wakanda-Royal N\u00b4Jabaka mehr wie ein aufbrausender Hitzkopf mit Bizeps, denn ein d\u00e4monischer Widersacher mit Hirn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Film selbst l\u00e4uft schnurstracks auf die finale Konfrontation zu, ohne dass auf dem Weg dorthin allzu viel Spannendes oder tief Sch\u00fcrfendes passieren w\u00fcrde. Langweilig wird es aber auch nur ganz selten, denn es gibt eigentlich immer etwas zu staunen, zu lachen oder zu dekodieren. Die erw\u00e4hnten gesellschaftspolitischen Anspielungen sind geschickt mit der Filmhandlung verwoben und wirken nie aufdringlich oder belehrend. Die Streitfrage zwischen Abschottung und dem \u00d6ffnen der Tore ist von hochbrisanter Aktualit\u00e4t, wird von Held T\u00b4Challa alias Black Panther aber auch am Ende durchaus noch differenziert gesehen.<\/p>\n<figure style=\"width: 619px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"gallery-image\" src=\"https:\/\/lumiere-a.akamaihd.net\/v1\/images\/eu_bpan_showcase_gl_2_r_9340117f.jpeg?region=0%2C0%2C1440%2C810\" alt=\"Black Panther Showcase Image 2\" width=\"619\" height=\"348\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Der K\u00f6nig im Ausgehoutfit. T\u00b4Challa als Black Panther.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei aller Begeisterung \u00fcber den ersten waschechten \u201eAfrofuturismus-Blockbuster\u201c, das hervorragende Setdesign und die so sympathischen wie mit Verve gespielten Figuren sollte nicht vergessen werden, dass \u201eBlack Panther\u201c dennoch in vielerlei Hinsicht ein durch und durch typischer Ableger der Marvelschen-Heldenschmiede ist. F\u00fcr die einen mag dies ein zus\u00e4tzliches G\u00fctesiegel sein, f\u00fcr die anderen dagegen ein Ausruck von Formelhaftigkeit und Redundanz. Beim neutralen Filmfan d\u00fcrfte die zweite Lesart die Urteilsfindung zumindest beeinflussen, allen ehrenhaften und klugen Anstrengungen zum Trotz. Auf den Punkt: \u201eBlack Panther\u201c ist ein stromlinienf\u00f6rmiger Superheldenfilm in todschicker Verpackung mit politischem Schleifchen. Elegant, leichtf\u00fc\u00dfig und nur so zupackend, wie er sein muss. Die (m\u00f6gliche) Kritik und deren Vertreter jedenfalls hat er \u00e4u\u00dferst geschickt erlegt. Gut gebr\u00fcllt, Panther!<\/p>\n<p><span style=\"font-family: comic sans ms,sans-serif;\">(Rating: 7 \/ 10)<\/span><\/p>\n<p>___________________________<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">(Bildmaterial: \u00a9Marvel Studios 2018)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kinojahr ist noch jung und schon erwartet uns der erste Superheld aus dem Hause Marvel. An sich keine spektakul\u00e4re Neuigkeit, man hat sich schlicht daran gew\u00f6hnt. 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