{"id":162,"date":"2017-12-12T14:05:24","date_gmt":"2017-12-12T14:05:24","guid":{"rendered":"http:\/\/vodkasreviews.de\/?p=162"},"modified":"2017-12-12T21:59:23","modified_gmt":"2017-12-12T21:59:23","slug":"daddys-home-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vodkasreviews.de\/?p=162","title":{"rendered":"Daddy\u00b4s Home 2"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Merry Christmas, Mel!<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manchmal ist es einfach sch\u00f6n, einen alten Bekannten wieder zu sehen, zumal wenn der sich jahrelang rar gemacht hat. Das gilt insbesondere auch f\u00fcr lieb gewonnene Darsteller, vor allem wenn man sich in ihrer Gegenwart immer bestens unterhalten hat. Mel Gibson ist ein solch guter alter Kumpel, mit dem man zahlreiche launige Film-Abende verbracht hat. Klar, er hat sich durch allerlei Verfehlungen selbst ins Abseits geschossen, aber er geh\u00f6rt eben irgendwie zur Familie, da muss auch mal wieder gut sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er h\u00e4tte sich dazu nat\u00fcrlich nicht unbedingt die tiefer gelegte Kalauerkom\u00f6die \u201eDaddy\u00b4s Home 2\u201c aussuchen m\u00fcssen, werden einige jetzt sicher sagen. Seite an Seite mit dem Peinlichkeits-Amateur Will Ferrell? Echt jetzt? Immerhin darf er Mark Wahlbergs Erzeuger geben, was dann schon wieder deutlich besser ins Bild passt. Abgesehen davon, in einem solchen Ambiente kann man gl\u00e4nzen und genau das gelingt dem b\u00f6sen Mel vortrefflich. In der Rolle des \u201eBad Dad\u201c ist er perfekt besetzt und nimmt dazu gen\u00fcsslich sein R\u00fcpel-Image aufs Korn. Die d\u00fcnne Handlung dient dabei lediglich als Kulisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im ersten Teil mussten sich die ungleichen Patchwork-Daddys Dusty (Wahlberg) und Brad (Ferrell) erst m\u00fchsam an ihr Co-Dad-Dasein mit Sara (Linda Cardellini) und den Kindern gew\u00f6hnen. F\u00fcr das Sequel wird diese konflikttr\u00e4chtige Konstellation einfach gedoppelt. Denn ausgerechnet \u00fcber die Weihnachtsfeiertage kommen die V\u00e4ter der beiden zu Besuch. Und nat\u00fcrlich sind die \u00c4pfel nicht weit vom Stamm gefallen, was in diesem Fall bedeutet: Dustys Vater Kurt (Mel Gibson) ist ein wenig sensibles Alpha-Tier mit breitester Chauvie-Brust, w\u00e4hrend Brads Erzeuger Don (John Lithgow) als nah am Wasser gebauter Softie mit K\u00f6rperkontakt-Manie daher kommt. Als Kurt kurzerhand ein abgelegenes Winterdomizil f\u00fcr die gesamte Sippe bucht, steigt das Eskalationspotential rapide an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Naturgem\u00e4\u00df sitzt bei Lustspielen dieser Art l\u00e4ngst nicht jeder Punch, aber Gibson dominiert alle seine Szenen mit seinem w\u00f6lfischen Charisma, das den \u00fcbrigen Cast r\u00fcde auf die Ersatzbank schubst. Es macht einfach ungemein Spa\u00df ihm dabei zuzusehen, wie er den sendungsbewussten Waffennarren, den notorischen Frauenhelden und \u00fcberzeugt autorit\u00e4ren Erzieher in Personalunion gibt und dabei ganz offensichtlich auf profunde private Erfahrungen zur\u00fcckgreifen kann. Wie zu besten <em>Lethal Weapon<\/em>-Zeiten, rollt er die Augen, fletscht die Z\u00e4hne und ist die meiste Zeit auf Krawall geb\u00fcrstet. John Lithgow &#8211; der ja gern den fiesen Psychopathen mimt &#8211; funktioniert dabei bestens als Antipode, was nat\u00fcrlich zu Lasten der eigentlichen Protagonisten Wahlberg und Ferrell geht. Das Skript l\u00e4sst sie auch weitestgehend im Stich und g\u00f6nnt ihnen lediglich eine kaum variierte Neuauflage ihrer Kabbeleien aus Teil eins. Ferrells ganz eigener, gern mal absurder Humor kommt kaum zur Geltung und Wahlbergs Virilit\u00e4t wirkt recht h\u00f6lzern im direkten Vergleich mit dem deutlich schillernderen Gibson.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende l\u00f6st sich alles allzu gef\u00e4llig in Wohlgefallen auf, ein f\u00fcr amerikanische RomComs geradezu obligatorisches Man\u00f6ver, das aber dennoch irgendwie immer funktioniert. Ja, ganz richtig gelesen, RomCom. Nat\u00fcrlich nicht im Sinne der lange Zeit von den Julia Roberts, Meg Ryans und Sandra Bullocks gepr\u00e4gten Form. Die ist erwiesenerma\u00dfen tot. Nein, hier geht es um M\u00e4nnerfreundschaften und Vater-Sohn-Beziehungen, quasi als direktes Pendant zum zeitgleich gestarteten und verbl\u00fcffend \u00e4hnlich angelegten \u201eBad Mums 2\u201c. Die Mischung aus Emotion und Derbheit, unterf\u00fcttert mit ein wenig Slapstick ist bestimmt nicht jedermanns Sache, aber in Ermangelung kom\u00f6diantischer Alternativen kann man ruhig auch da mal getrost vorbei schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zumal an Weihnachten. Einst hatten wir da \u201eTats\u00e4chlich Liebe\u201c, \u201eW\u00e4hrend du schliefst\u201c, oder \u201eHarry und Sally\u201c. Diese Wehmuts-Klassiker zielten auf Herz und Hirn. \u201eDaddy\u00b4s Home 2\u201c ist dazu keine echte Alternative, zugegeben, aber er gibt sich wenigstens M\u00fche, diese L\u00fccke irgendwie auszuf\u00fcllen, sei es noch so oberfl\u00e4chlich. Daf\u00fcr gibt es auf jeden Fall ein paar Sympathiep\u00fcnktchen, vor allem aber f\u00fcr den immer noch stahlharten Vollprofi Mel Gibson. Weihnachten ist ja schlie\u00dflich auch das Fest der lange nicht mehr Gesehenen. Und der Vers\u00f6hnung. Passt doch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neu im Kino ab 7.12.17<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(<span style=\"font-family: comic sans ms,sans-serif;\">Rating: 6 \/ 10 Punkten<\/span>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Merry Christmas, Mel! Manchmal ist es einfach sch\u00f6n, einen alten Bekannten wieder zu sehen, zumal wenn der sich jahrelang rar gemacht hat. 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