{"id":145,"date":"2017-12-09T15:28:19","date_gmt":"2017-12-09T15:28:19","guid":{"rendered":"http:\/\/vodkasreviews.de\/?p=145"},"modified":"2017-12-09T15:39:57","modified_gmt":"2017-12-09T15:39:57","slug":"bond-23-skyfall-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vodkasreviews.de\/?p=145","title":{"rendered":"Bond 23: Skyfall (2012)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">&#8222;<span class=\"Blocksatz\" style=\"font-size: small;\"><span class=\"Blocksatz\"><strong>The Dark Spy Rises &#8211; Happy Anniversary Mr. Bond!&#8220;<\/strong><br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"Blocksatz\" style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span class=\"Blocksatz\">Runden Geburtstagen haftet auch immer etwas Wehm\u00fctiges an. Das gilt besonders f\u00fcr die Mutter aller runden Geburtstage, den F\u00fcnfzigsten. F\u00fcr die meisten bedeutet er mindestens Halbzeit im Leben, so dass sowohl der Blick zur\u00fcck, wie auch der nach vorn, neben H\u00f6hen definitiv auch einige Tiefen zu bieten hat. Nun ist James Bond nat\u00fcrlich kein Mensch wie du und ich. Gentleman, Womanizer, Killer. Angestellt <em>Im Geheimdienst ihrer Majest\u00e4t<\/em>, ausgestattet mit der <em>Lizenz zum T\u00f6ten<\/em>, ist sein Dasein gepr\u00e4gt von Gefahr, Abenteuer und Nervenkitzel. Ein Lebemann, dessen Spr\u00fcche so trocken sind wie seine Martinis.<br \/>\nSein 50-j\u00e4hriges Leinwandleben bestand bisher fast ausnahmslos aus H\u00f6hepunkten und Superlativen. Wer kann schon von sich behaupten mehr als ein dutzendmal die Welt gerettet und dabei noch die Zeit gefunden zu haben um exquisites Essen, edle Tropfen und sch\u00f6ne Frauen in Legion zu konsumieren. Sein Siegeszug war und ist global, sein Familienmotto lautet gar: Die Welt ist nicht genug. L\u00e4ngst hat er jedenfalls die Beatles als erfolgreichsten, post-imperialen Exportschlager Britanniens abgel\u00f6st.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Und dennoch, bei all den angebrachten Jubelarien f\u00fcr solch eine in der Kinogeschichte bis dato einzigartige Karriere, Wehmut und Innehalten ist auch im Falle unseres Lieblingsspions nicht g\u00e4nzlich unangebracht. Bei genauerem Hinsehen gab es durchaus den ein oder anderen Stolperstein auf dem Weg zum Ikonen-Olymp. Mehrfach hat die Serie den <em>Hauch des Todes<\/em> versp\u00fcrt, sei es durch ungl\u00fcckliche Darstellerwechsel (von Sean Connery zu George Lazenby sowie von Roger Moore zu Tomothy Dalton) oder durch Zeitgeistver\u00e4nderungen, die den betagten Agenten aufs Anachronismus-Altenteil abzuschieben drohten. Tatsache ist, Bond wurde von der Filmkritik sp\u00e4testens seit Sean Connerys Ausstieg zu Beginn der 1970er Jahre regelm\u00e4\u00dfig totgesagt. Ganz ohne Tiefschl\u00e4ge, auch an den Kinokassen, kam also auch Bond nicht davon.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Vor diesem Hintergrund ist der Jubil\u00e4umsfilm <em>Skyfall<\/em> zwar kein Risikoprojekt, aber eben auch kein Selbstl\u00e4ufer. Trotz der erfolgreichen Installierung eines 6. Bond-Darstellers (beide Filme mit Daniel Craig sp\u00fclten weit \u00fcber 500 Millionen US-$ in die Kassen) war der zumindest filmisch angegraute Held wieder einmal als Auslaufmodell angez\u00e4hlt worden. So lie\u00df vor allem Bond 22 (<em>Ein Quantum Trost<\/em>) beinahe alles vermissen, was man an dem Gentleman-Spion lieb gewonnen hatte und drohte zu einem Hybrid aus dem g\u00e4nzlichen unglamour\u00f6sen und uncharismatischen Agenten-Phantom Jason Bourne sowie dem ebenso skrupel- wie humorlosen Terroristenscheck Jack Bauer zu werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Dieser unguten Entwicklung hat man richtigerweise eine deutliche Abfuhr erteilt und sich wieder sp\u00fcrbar deutlich auf alte St\u00e4rken der langlebigen Franchise besonnen. Was nicht hei\u00dfen soll, dass die in <em>Casino Royale<\/em> so eindrucksvoll begonnene Neuorientierung hin zu einem komplexeren, mit etlichen Schattenseiten behafteten Heroen-Charakter v\u00f6llig \u00fcber Bord geworfen worden w\u00e4re. Vielmehr gelingt mit <em>Skyfall<\/em> auf beeindruckende Weise der gef\u00e4hrliche Spagat Historie mit Moderne zu verkn\u00fcpfen, ohne dass dabei die Zukunft der Serie aufs Spiel gesetzt w\u00fcrde. Ein Hommage an 50 Jahre spritzige Agentensause einerseits, aber durchaus auch ein mutiger Schritt nach vorne in Richtung Erdung und Entmysthifizierung der bekanntesten Kino-Ikone. All dies ist zuvorderst und im Besonderen ein Verdienst von Regisseur Sam Mendes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Nicht kleckern, sondern klotzen ist eine Devise nach der auch Bond hin und wieder erfolgreich zu Werke ging. Warum also sollte man nicht (erstmals) eine geballte Riege Oscar-Preistr\u00e4ger und-Nominierte (zusammen kommen sie auf 40 Nominierungen) vor und hinter der Kamera auffahren, um die vom seri\u00f6sen Feuilleton meist eher bel\u00e4chelte Serie auf eine neue Qualit\u00e4tsstufe zu hieven? Nat\u00fcrlich sollte es kein Arthouse-Bond werden (den w\u00fcrde auch keiner sehen wollen), aber dass Actionhelden und Erwachsenenkino sich nicht zwangsl\u00e4ufig ausschlie\u00dfen m\u00fcssen hat sp\u00e4testens Christopher Nolans Batman-Trilogie bewiesen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> \u00dcberhaupt scheint der dunkle Ritter eine nicht unerhebliche Inspirationsquelle f\u00fcr Mendes gewesen zu sein, l\u00e4sst doch auch er viel Raum f\u00fcr die Auslotung und Analyse der Psyche seines Helden. Wie Bruce Wayne hat auch James Bond mit D\u00e4monen aus seiner Vergangenheit zu k\u00e4mpfen. Auch ihn besch\u00e4ftigt die Sinnfrage seines t\u00f6dlichen Tuns und seine Loyalit\u00e4ten werden einer existentiellen Pr\u00fcfung unterzogen. Und schlie\u00dflich muss auch er zun\u00e4chst tief fallen, um wieder glorios auferstehen zu k\u00f6nnen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> \u00c4hnlich dem Joker bei Batman gibt es diesmal auch f\u00fcr Bond eine Nemesis, die quasi als Zerrbild\u00a0 des eigenen Selbstverst\u00e4ndnisses schonungslos die Schw\u00e4chen im Denken, Handeln und F\u00fchlen des Helden offenlegt und geradezu gen\u00fcsslich seziert. Der Spanier Javier Bardem spielt den Cyber-Terroristen Silva mit einer Verve die nicht nur an den besten Bondschurken (Gert Fr\u00f6be als <em>Goldfinger<\/em>), sondern auch an den angsteinfl\u00f6\u00dfendsten B\u00f6sewicht der Filmgeschichte (Antony Hopkins als Hannibal Lecter) erinnert. Die Dialoge zwischen den beiden Kontrahenten geh\u00f6ren bereits jetzt zu den H\u00f6hepunkten der gesamten Serie. Und den finalen Schlagabtausch per Helikopter einzul\u00e4uten aus dessen Lautsprechern John Lee Hookers &#8222;Boom, Boom&#8220; dr\u00f6hnt ist ganz gro\u00dfes Kino, es muss ja nicht immer Wagner sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Wer jetzt denkt, dass der eher auf Beziehungsdramen spezialisierte Mendes (\u201eAmerican Beauty&#8220;, \u201eHerzen des Aufruhrs&#8220;) daf\u00fcr nat\u00fcrlich der Richtige ist, aber eben leider keine Action kann, d\u00fcrfte sich bereits nach der obligatorischen Pre-Title-Sequence beruhigt zur\u00fcck lehnen. Ganz anders als beim vom Schnitt klein geh\u00e4ckselten Vorg\u00e4nger hat man diesmal einen Panoramablick auf eine der spektakul\u00e4rsten Er\u00f6ffnungen der in dieser Hinsicht ohnehin konkurrenzlosen Franchise. Schon da wird deutlich, dass Mendes Behauptung seit Jugendtagen Bondfan zu sein ebenso wenig ein blo\u00dfes Lippenbekenntnis gewesen ist, wie die angek\u00fcndigten Hommagepl\u00e4ne zum runden Jubil\u00e4um.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> Mit Schauplatz (Istanbul), Stuntakrobatik (Verfolgung auf einem fahrenden Zug) und Schlussclou (Bonds vermeintlicher Tod) wird gleich drei \u00e4lteren Filme die Referenz erwiesen (<em>Liebesgr\u00fc\u00dfe aus Moskau, Octopussy, Man lebt nur zweimal<\/em>). Im weiteren Verlauf ger\u00e4t die Action zwar etwas bodenst\u00e4ndiger, aber keineswegs weniger schwei\u00dftreibend. Mischung, Darbietung und Choreographie dieser so essentiellen Ingredienz stimmen jedenfalls und zeigen dem inzwischen mit enervierender Regelm\u00e4\u00dfigkeit von Schnittgewitter und Wackelkamera heimgesuchten Genre stolz, dass es auch anders und vor allem besser geht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Anders und besser ist diesmal auch die Qualit\u00e4t der eingefangenen Bilder. Roger Deakins, Hauskameramann der Coen-Br\u00fcder und auch schon zum dritten Mal f\u00fcr Mendes t\u00e4tig, liefert erlesene Panorama-Shots von Istanbul, Shanghai, Macao, London und dem l\u00e4ndlichen Schottland. Seine ruhigen Kamerafahrten sowie seine durchdachten Bildarrangements verleihen dem Film eine Grandezza, die eine Novit\u00e4t f\u00fcr die reihe darstellt ihr aber nicht nur aufgrund des Jubil\u00e4ums bestens zu Gesicht steht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Bei so viel Sch\u00f6nheit und Anmut ist auch der Weg zu den sogenannten Bondgirls nicht weit. Rein optisch lassen nat\u00fcrlich auch B\u00e9r\u00e9nice Marlohe und Naomie Harris nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Allerdings fallen Rollenprofil und Auftritt Ersterer als undurchsichtige S\u00e9v\u00e9rine doch etwas unspektakul\u00e4r bzw. knapp bemessen aus und erinnern dabei stark an Teri Hatcher in Der Morgen stirbt nie. Harris hat da als MI6 Field Agent Eve den etwas dankbareren Part &#8211; zumal das Skript mit ihr noch eine finale \u00dcberraschung parat hat -, sonderlich pr\u00e4sent ist allerdings auch sie nicht.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> Ohnehin ist das eigentliche Bondgirl in <em>Skyfall<\/em> Judi Dench alias M. So gilt der von Silva initiierte Cyber-Angriff auf den MI6 eigentlich seiner Chefin. Als ihre scheinbar antiquierten Methoden ins politische Kreuzfeuer geraten, droht auch der eng mit ihr verbundenen 00-Abteilung die\u00a0 b\u00fcrokratische Wegrationalisierung. Am Ende steht nur noch der bereits f\u00fcrs Abstellgleis vorgesehene 007 zwischen ihr und dem rachs\u00fcchtigen Silva. F\u00fcr Vorgesetzte und Lieblingssch\u00fcler wird es eine d\u00fcstere Reise in die eigene Vergangenheit, eine Reise mit ungewissem Ausgang. Judii Dench gibt in ihrem siebten Auftritt als Leiterin des britischen Geheimdienstes ihre nuancierteste Vorstellung und gew\u00e4hrt dabei erstmals tiefe Einblicke in das br\u00fcchige Seelenleben der resoluten Staatsbeamtin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Die ungew\u00f6hnliche Fokussierung auf differenzierte Charakterstudien (neben M werden auch Bond und Silva \u201eseziert&#8220;) ist sicherlich ein Novum in der Bondhistorie und daher nicht frei von Risiken. Allerdings bietet diese Hinwendung zum Personendrama auch spannende M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Zukunft, zumal in Skyfall die in beiden Vorg\u00e4ngern so schmerzlich vermissten, klassischen Bondelemente und -figuren fr\u00f6hliche Wiederauferstehung feiern, was letztlich beweist, dass eine Kombination beider Welten bestens funktionieren kann.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> Dar\u00fcber hinaus ist der Film geradezu gespickt mit Anspielungen, Zitaten und Reminiszenzen an fr\u00fchere Abenteuer die jedem Fanboy und Fangirl die Freudentr\u00e4nen in die Augen treiben werden und endg\u00fcltig letzte Zweifel an Sam Mendes Bond-Tauglichkeit ausr\u00e4umen sollten. Stellvertretend f\u00fcr diesen gleicherma\u00dfen liebevollen wie gekonnten Br\u00fcckenschlag zwischen Historie und Moderne steht die Wiederbelebung von Q (Ben Winshaw). Die Umkehrung des Altersunterschieds und der Einstellung gegen\u00fcber den klassischen Gadgets ist ein famoser Einfall, da er die \u00fcblichen Frotzeleien zwischen Bond und seinem Quartiermeister in eine v\u00f6llig neue Richtung lenkt und dennoch ihre etablierte Beziehung nicht antastet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Die eigentliche Handlung ist zwar weniger komplex wie (dank der langen Vorbereitungszeit) angek\u00fcndigt, steht aber ebenfalls f\u00fcr die den Film bestimmende Symbiose zwischen Bond-Geschichte und zeitgeschichtlicher Aktualit\u00e4t. Wikileaks, Terrorgefahr und die scheinbar allgegenw\u00e4rtige Macht des schn\u00f6den Mausklicks prallen auf klassische Szenarien wie Rache, Verrat und hemds\u00e4rmelige Spionagearbeit. Gleich einer patriotischen Bulldoge, wie von M in einer der ber\u00fchrendsten Szenen des Films erkannt, pfl\u00fcgt Bond zunehmend unbeirrt durch diese unterschiedlichen Pole und gibt dabei ein beherztes Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Macht der Tradition ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Will man einen Wermutstropfen zu viel im ansonsten perfekt gesch\u00fcttelten Vodka-Martini finden, so ist es die Musikuntermalung. Dass der langgediente Barry-Epigone und -Bewunderer David Arnold diesmal aufgrund anderweitiger Verpflichtungen passen musste, ist ein h\u00f6rbares Manko. Sam Mendes Hauskomponist Thomas Newman ist sicherlich ein K\u00f6nner seines Fachs, das Gesp\u00fcr f\u00fcr ein solch traditionsreiches Produkt und die damit verbundenen Erwartungshaltungen fehlt im aber leider v\u00f6llig. Wo Arnold geschickt Anleihen bei Barrys unverwechselbarem Bond-Sound nahm und diese gekonnt mit eigenen Ideen variierte, herrscht bei Newman nur Ratlosigkeit.\u00a0 Die unverkennbaren Bl\u00e4ser und vor allem das Bond-Thema klingen kaum bis viel zu selten an und machen den Score zu einer austauschbaren Dutzendware.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> Gl\u00fccklicherweise gilt das nicht f\u00fcr den Titelsong. Der neue britische Soul-Superstar Adele scheint im Gegensatz zu ihrem altgedienten Soundtrack-Kollegen eine wesentlich feinere Antenne f\u00fcr das musikalische Bond-Erbe zu haben und liefert den besten Er\u00f6ffnungssong seit Tina Turners <em>GoldenEye<\/em>. Klassisch, sch\u00f6n und mit einem eleganten Chapeau! vor der gro\u00dfen Tradition.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Gleiches gilt f\u00fcr Daniel Craig, der endg\u00fcltig in der Rolle angekommen scheint und sie nun auch endlich mit der selbstgewissen Souver\u00e4nit\u00e4t und L\u00e4ssigkeit interpretiert, die immer schon ein Markenzeichen der Figur war. Wie weiland Sean Connery (<em>Goldfinger<\/em>) und Roger Moore (<em>Der Spion der mich liebte<\/em>) hat also auch er drei Filme gebraucht um sich in dem \u00fcberlebensgro\u00dfen Charakter zu Hause zu f\u00fchlen. Nicht die schlechteste Referenz.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> Von einem Cartoon-Charakter, zu dem Bond lange Zeit und keineswegs erst seit Pierce Brosnans Amtszeit verkommen schien, \u00a0ist nichts mehr zu sp\u00fcren. Craigs geerdete Interpretation kommt nicht nur der Flemingschen Vorlage wieder n\u00e4her, sondern erinnert auch frappierend an die Psychologisierung und Vermenschlichung der popkulturellen Helden-Ikone aus \u00dcbersee. Zwar ist Bond kein selbsternannter Vigilant wie der dunkle Ritter im Fledermauskost\u00fcm, allerdings werden auch sein auf sichereren Fundamenten stehender Rechts- und Moralkodex vor allem aber sein Loyalit\u00e4tsempfinden in Grenzbereichen verhandelt, die bisher bestenfalls angerissen worden waren. Am Ende geht Bond gest\u00e4rkt aus dieser Sinnkrise hervor und alle Zeiger stehen auf Anfang.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Fazit:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> Sam Mendes gelingt mit <em>Skyfall<\/em> ein fulminanter Bondfilm, der den mediokren Vorg\u00e4nger in allen Belangen \u00fcbertrifft. Spektakul\u00e4re Actionszenen, erlesene Bilder, fesselnde Charakterstudien und der beste Villain seit Auric Goldfinger machen den Film zu einem au\u00dferordentlichen Sehvergn\u00fcgen &#8211; und das keineswegs nur f\u00fcr Fans.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> F\u00fcr die hat man sich zum runden Jubil\u00e4um allerdings ebenfalls besonders viel M\u00fche gegeben und ihre Treue mit einer Vielzahl an optischen, verbalen und szenischen Anspielungen belohnt. Trockener Wortwitz und exotische Schaupl\u00e4tze feiern ebenso ein Comeback, wie l\u00e4ssige Eleganz und lieb gewonnene Figuren. Der britische Weltenretter hat endg\u00fcltig wieder Charme und Stil.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"> Ein reifer, erwachsener, humorvoller, aber auch wehm\u00fctiger Geburtstagsbeitrag, der sich w\u00fcrdevoll vor der 50-j\u00e4hrigen Historie der Film-Ikone verneigt. Ein wunderbarer Bogen zwischen Vergangenheit und Moderne. Die Zukunft des Gentleman-Spions ist jedenfalls gesichert. In diesem Sinne: auf die n\u00e4chsten 50, James!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;The Dark Spy Rises &#8211; Happy Anniversary Mr. Bond!&#8220; Runden Geburtstagen haftet auch immer etwas Wehm\u00fctiges an. Das gilt besonders f\u00fcr die Mutter aller runden Geburtstage, den F\u00fcnfzigsten. 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