{"id":444,"date":"2019-10-28T21:34:48","date_gmt":"2019-10-28T21:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/vodkasreviews.de\/?p=444"},"modified":"2020-07-29T09:24:09","modified_gmt":"2020-07-29T09:24:09","slug":"terminator-dark-fate-alte-eisen-rosten-nicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/vodkasreviews.de\/?p=444","title":{"rendered":"Terminator Dark Fate &#8211; alte Eisen rosten nicht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Arnold ist wieder einmal zur\u00fcck gekehrt. Und wieder eimal als T-800. Im nunmehr 5. Terminator-Sequel gibt er zum f\u00fcnften Mal den Killer aus der Zukunft (sein CGI-Cameo in Teil 4 z\u00e4hlt nicht). Es war klar, dass das nicht \u00fcberall auf Begeisterung sto\u00dfen w\u00fcrde, zu beliebig und letztlich belanglos waren die letzten beiden Ableger (Salvation und Genysis) und auch der bei Fans noch einigerma\u00dfen gesch\u00e4tzte dritte Teil lie\u00df so einiges vermissen, was die beiden Vorg\u00e4nger so einzigartig gemacht hatte. Was sollte also diesmal besser werden, so die berechtigte Sorge, Frage, Kritik?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, au\u00dfer Arnie kehrten auch noch Linda Hamilton und Franchise-Mastermind James Cameron zur\u00fcck, so die Hoffnungsvollen. Ja, aber die erste ist viel zu alt f\u00fcr ein Badass-Revival und der zweite wirkt nur im Hintergrund als Ideenlieferant und Produzent, so die Skeptiker. Immerhin sitzt mit Tim Miller kein weicheiiger Auftragsarbeiter auf dem Regiestuhl, schlie\u00dflich hatte er die ach so gem\u00fctliche Marvel-Familienrunde mit dem rotzigen Deadpool ganz nett aufgemischt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trumpf Nummer drei sollte die Story sein. Die Idee die Teile 3-5 einfach zu ignorieren, ist jedenfalls nicht die schlechteste. \u201eTerminator 3\u201c war ein wenig originelles Remake von \u201eT2\u201c, \u201eSalvation\u201c hatte zwar den originellen Ansatz komplett in der d\u00fcsteren Zukunft zu spielen, setzte diesen aber so schlecht um, dass man sich eine erneute Zeitreise w\u00fcnschte und \u201eGenysis\u201c generierte sich als unaugegorener Hybrid aus \u201eBack to the Future 2\u201c und einer unverhohlenen Hommage an das Original.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und tats\u00e4chlich funktioniert \u201eDark Fate\u201c bisher am besten als direkte Fortsetzung von \u201eTerminator 2: Judgment Day\u201c. Stimmung, Look und Plot richten sich ehrf\u00fcrchtig, aber nicht anbiedernd am \u00fcberm\u00e4chtigen Vorbild aus. Das macht Spa\u00df, das weckt sch\u00f6ne Erinnerungen, das f\u00fchlt sich richtig an. Aber reicht das auch f\u00fcr einen guten, oder gar bahnbrechenden Film? Kann Miller \u00e4hnliche Ausrufezeichen setzten wie einst Cameron?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Start jedenfalls gelingt. Wir sehen die CGI-verj\u00fcngten Sarah und John Connor im mexikanischen Exil, ein idyllisches Bild, das j\u00e4h zerst\u00f6rt wird und neugierig macht auf die neue Zeitlinie. Als neues Personal lernen wir sodann die futuristische Kriegerin XXX, ihre Schutzbefohlene Dany sowie ein selbst dem T-1000 \u00fcberlegenes Terminator-Modell kennen.<br \/>\nHier schleicht sich allerdings erstmals ein unwohliges Deja-Vu-Gef\u00fchl ein. So gut die drei gecastet wurden und so sehr sie in ihren jeweiligen Rollen aufgehen, so offensichtlich hat man sich hier am ganz \u00e4hnlich angelegten Figurentrio aus \u201eT2\u201c orientiert. Wieder gibt es also auf Seiten des B\u00f6sen ein upgegradetes Modell, das praktisch unzerst\u00f6rbar scheint. Wieder wird der technisch unterlegene Besch\u00fctzer emotionalisiert, um Publikum und Schutzbefohlenen f\u00fcr sich einzunehmen. Und wieder macht das zun\u00e4chst naive und hilflose Zielobjekt eine erstaunliche Badass-Entwicklung durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was den Film dann wieder aus der Redundanz-Falle zieht, sind ausgerechnet die alten Recken Schwarzenegger und Hamilton. Beiden beschert Miller auf ihre Weise richtig knallige Einf\u00fchrungen und l\u00e4sst sie in der Folge als fast schon klassisches Buddy-Duo aufeinander los. Der Film hat hier seine st\u00e4rksten Momente, nicht nur, weil man sich freut die beiden Franchise-Ikonen wieder vereint zu sehen, sondern weil man sich f\u00fcr ihre Beziehung und Entwicklung tats\u00e4chlich etwas Pfiffiges \u00fcberlegt hat. Vor allem Schwarzenegger genie\u00dft diese originelle Neuinterpretation seiner bekanntesten Rolle und spielt so gut wie nie zuvor seit seiner R\u00fcckkehr ins Filmgesch\u00e4ft. Hamilton ist allerdings das eigentliche Herz des neuen Films und \u00fcbernimmt damit Arnolds Funktion aus \u201eT2\u201c. Die rotzige, lakonische Kampfamazone steht ihr pr\u00e4chtig und man fragt sich bedauernd, wo sie all die Jahre abgeblieben war.<br \/>\nDer Hauptplot sorgt dagegen weniger f\u00fcr einen h\u00f6heren Puls, zu sehr kopiert er Motive und Dramaturgie aus den Cameron-Filmen. Cameron und Miller haben das in diversen Interviews stets zugegeben und als notwendig erachtet, um die (wieder einmal) geplante Trilogie auf den Weg zu bringen. Es ist also zu fr\u00fch, um den Stab \u00fcber diesen Ansatz zu brechen, allerdings h\u00e4ngt die Realisierung der Sequel vom Erfolg des Erstlings ab und wenn der zu wenig eigenst\u00e4ndig wirkt &#8230;<br \/>\nWas \u201eDark Fate\u201c wiederum sehr gut gelingt, ist der Bezug zur Gegenwart. Der Zustand der heutigen Welt, die Anspielungen auf die US-Politik gegen\u00fcber Mexiko sowie das Verh\u00e4ltnis zur modernen (Informations-)Technik, all das wird sehr sch\u00f6n untergemischt und mit der Handlung verquickt. Bei aller Kritik an den \u201eT2\u201c-Anleihen kommt man letztlich nicht umhin zuzugeben, wie aktuell dieser Film heute erst recht ist und wie wenig positiv man sich global davon weg entwickelt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Terminator-Filme hatten neben ihren klugen wie kritischen Kommentaren zu Zeitgeist und technologischem Fortschritt aber noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: die revolution\u00e4ren Action-Sequenzen. Zugegeben, \u201eDark Fate\u201c tritt hier ein ganz schweres Erbe an und kann vor diesem \u00fcberm\u00e4chtigen Hintergrund nur scheitern. Die Visualisierung des Fl\u00fcssigmetall-Terminators steht in den letzten 30 Jahren beinahe konkurrenzlos da und wird nur noch von \u201eMatrix\u201c und \u201eJurassic Park\u201c flankiert, beide \u00fcbrigens ebenfalls vor der Jahrtausendwende. So gesehen konnte man von \u201eDark Fate\u201c nicht etwas erwarten, was seit 20 Jahren kein Actionfilm mehr geschafft hat. Vor diesem Hintergrund macht Miller vieles richtig. Die Actionszenen sind wuchtig, druckvoll und verlassen sich keineswegs nur auf den digitalen Helfer. Sie sind auch gut \u00fcber den Film verteilt und stehen immer im Dienst der Erz\u00e4hlung. Ein Vision\u00e4r wie Cameron ist Miller zwar sicher nicht, wobei aber auch hier die \u00c4hnlichkeiten zu \u201eT2\u201c der bewusst gew\u00e4hlten Anlehnung bei Figuren und Plot geschuldet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bleibt also vom erneuten Wiederbelebungsversuch der Terminator-Reihe? Wer schon immer fand, dass die Geschichte mit Teil 2 auserz\u00e4hlt war, wird auch hier die Nase r\u00fcmpfen und ganz laut Redundanz schreien. Wer die Cameron-Filme gralsgleich verehrt und \u00e4hnlich Vision\u00e4res erwartet, wird entt\u00e4uscht die Schultern zucken. Und wer langsam mehr als genug davon hat, die alten Recken aus den 80er und 90er Jahren immer und immer wieder ihrem Nimbus fr\u00f6nen zu sehen, der sollte besser gleich ganz weg bleiben.<br \/>\nF\u00fcr alle anderen gilt folgendes: \u201eTerminator Dark Fate\u201c ignoriert nicht nur die letzten drei Sequels, er ist auch besser als sie. Als direkte Fortsetzung von \u201eT2\u201c funktioniert er so gut wie kein Film zuvor. Das liegt zum einen an Millers etwas nerdigem Bem\u00fchen Look und Ton der Vorg\u00e4nger zu kopieren, vor allem aber a der stimmigen und gewitzten Fortf\u00fchrung der ikonischen Figuren Sarah Connor und des Terminators. LInda Hamilton und Arnold Schwarzenegger nehmen diese Steilvorlage dankbar, machen damit aber auch schmerzlich deutlich, wie essentiell sie f\u00fcr das Franchise sind. Eine geplante Trilogie wird mit der Hypothek zurecht kommen m\u00fcssen, die beiden in irgendeiner Form zu ersetzen. Ein Dilemma das man aus dem Star Wars-Kosmos kennt, das sich aber nicht so leicht \u00fcber den Schauwert-Faktor wird l\u00f6sen lassen. Jedenfalls sollte es kein weiteres \u201eI\u00b4ll be back!\u201c mehr geben, der T-800 hat gen\u00fcgend Modell-Variationen hinter sich. Und die letzte war so richtig ausgreift. So kann man auch als Maschine beruhigt in den Ruhestand gehen.<\/p>\n<p>_____________________________________________________________________________<\/p>\n<p>(Rating: 7,5 \/ 10)<\/p>\n<p><em>Gesehen im CineStar Augsburg, Oct, 24 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arnold ist wieder einmal zur\u00fcck gekehrt. Und wieder eimal als T-800. Im nunmehr 5. 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